Wer als Inhaber einer Lebensversicherung diese aus finanziellen Gründen kündigen möchte, muss in der Regel mit Einbußen rechnen. Die Kunden erhalten bei Kündigung den aktuellen Lebensversicherungs-Rückkaufswert, der auch weit unter der Summe der bisherigen Einzahlungen liegen kann. Die Verluste sind unter anderem darin begründet, dass die Gebühren für den Abschluss der Versicherung in den ersten Laufzeitjahren berechnet werden. Zudem fallen mitunter Stornogebühren von bis zu 4% an. Will man seine Versicherung nicht beleihen dann könnte folgende Vorgehensweise sinnvoll sein.

Es gibt jedoch eine Alternative zur Kündigung der Versicherung. So kann man die Versicherung auch verkaufen, und zwar an spezielle Gesellschaften, die sich hierauf spezialisiert haben.

In Ländern wie Großbritannien wird diese Praxis bereits seit vielen Jahren angewendet. Bei einem Verkauf der Lebensversicherung übernimmt die Gesellschaft die Versicherung und zahlt die Beiträge weiter. Sie erhält dann bei Ablauf der Versicherung die vereinbarte Versicherungssumme zuzüglich der angefallenen Überschussanteile. Der Kunde bleibt jedoch weiterhin versicherte Person, der Todesfallschutz bleibt somit erhalten. Die Hinterbliebenen erhalten im Versicherungsfall jedoch nicht die komplette Versicherungssumme, sondern lediglich die Versicherungssumme abzüglich des Kaufpreises und den von der Versicherung übernommenen Beiträgen.

Für den Verkauf der Versicherung erhält der Kunde einen Wert, der in der Regel über dem Versicherungs-Rückkaufswert liegt. Durchschnittlich werden zwischen 5-15% mehr gezahlt.

Allerdings können nicht alle Versicherungen verkauft werden. So werden Direktversicherungen sowie fondsgebundenen Lebensversicherungen nicht angenommen, weiterhin muss die Versicherungen einen Rückkaufswert von wenigstens 5.000 Euro aufweisen. Kunden, die ihre Lebensversicherung verkaufen wollen, sollten jedoch nicht gleich dem ersten Angebote zustimmen, sondern einige Tipps beachten. Auf dem Markt für Lebensversicherungen gibt es mittlerweile zahlreiche Gesellschaften, auch geschlossene Fonds investieren in diesem Bereich.

Die Auszahlbeträge der Gesellschaften unterscheiden sich erheblich. Daher sollten Kunden, die den Verkauf ihrer Lebensversicherung anstreben, mehrere Angebote einholen und diese miteinander vergleichen. Es gibt auch die Möglichkeit eines kostenlosen Vergleichs über das Internet, wie es inzwischen auch bei Krediten verbreitet ist. Allerdings sind hierbei selten alle Gesellschaften enthalten, wodurch der Vergleich nicht objektiv ist. Das Einholen der Angebote sollten die Gesellschaften in jedem Fall kostenlos anbieten, Gebühren sollten hierfür nicht berechnet werden.

Weiterhin sollten Kunden darauf achten, dass sie ihren Preis, den sie für den Versicherung-Rückkauf vereinbart haben, auch erhalten, und zwar kurzfristig und in einer Summe. Immer wieder kommt es vor, dass Ratenzahlungen vereinbart werden. Hierbei erhält der Kunde bei Verkauf der Lebensversicherung lediglich eine Anzahlung, der Restbetrag wird in monatlichen Raten gezahlt. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass bei Insolvenz der Gesellschaft der Kaufpreis verloren ist.